3 richtungsweisende NFT-Projekte aus dem Kunstmarkt

Valeria Henkel
,
12.4.2022

Seit Beginn des Jahres 2021 ist der NFT-Kunstmarkt regelrecht explodiert und verändert schon jetzt das Leben und Schaffen vieler Künstler:innen. Nicht ohne Grund hat das renommierte Kunstmagazin ArtReview den Ethereum NFT-Standard ERC-721 2021 zur einflussreichsten Person im zeitgenössischen Kunstmarkt gekürt - wohl gemerkt, dass es sich hierbei um eine nicht-menschliche Entität handelt! Doch NFTs sind grundsätzlich nichts Neues, wurden bis dato nur größtenteils ignoriert. Bereits 2015 experimentierten erste (Digital-) Künstler:innen mit NFTs und den Übergängen zwischen den beiden Welten: der physischen und der digitalen Welt. 

An medialer Aufmerksamkeit gewann der Markt spätestens mit einer der ersten hochkarätigen NFT-Kunstauktionen bei Christie’s, als der Künstler Beeple eine digitale Collage für 69 Millionen Dollar verkaufte. Seither reihten sich weitere NFT-Bluechip-Projekte und auch Künstler:innen wie Alexa Meade und Victor Fewocious, die ihre NFTs für Rekordsummen im Millionenbereich verkauften,  in die “Hall of Fame” des NFT-Kunstmarktes ein. 

Spannend bleibt jedoch die Frage, welche (strukturellen) Möglichkeiten und Anwendungen sich im Kunstmarkt abseits der “vom Tellerwäscher zum Millionär”- Erfolgsgeschichten ergeben – Wie findet Kunst im Web3 Anwendung und welche Einsatzgebiete nutzen unterschiedliche Akteure des Kunstmarktes? 

Der Blick zurück lohnt sich und zeigt, dass die Blockchain-Technologie nicht nur die Definition von Eigentum und Besitz revolutioniert, sondern Kunst in beiden Welten erfahrbar macht, in sich neue Kunst- und Ausdrucksformen schafft und die Bildung neuer Communities ermöglicht. Klingt abstrakt? Muss es nicht! Die folgenden drei Anwendungsfälle illustrieren, welche Möglichkeiten sich in der Praxis bieten: 

Galerie König: NFT-Kunst im Metaverse
Sreenshot aus der virtuellen Ausstellung der Galerie in Decentraland

In der internationalen Gruppenausstellung “The Artist is Online” kuratierte die König Galerie im März 2021 Kunst des postdigitalen Zeitalters. In der Auseinandersetzung mit technischen Innovationen und den Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie, zeigte die Ausstellung digitalisierte Malerei und Skulpturen, visualisierte Daten und hinterfragte die Mobilität von Bildern. Wie der Titel “The Artist is Online” bereits erahnen lässt, werden einige Exponate auch im blockchain-basierten Decentraland (3D-Metaverse) präsentiert und werden so virtuell erfahrbar. Zusätzlich können die Arbeiten als NFT gekauft werden. Die Galerie König ist damit die erste Galerie, die ihre Kunstwerke im Metaverse Decentraland verkauft.

Picasso in der Blockchain: "Fillette au béret" wird tokenisiert
Pablo Picasso, Fillette au béret, 1964

Die schweizer Bank für digitale Vermögenswerte Sygnum und Artemundi, ein Pionier im Bereich Kunstinvestition, tokenisierten im Juli 2021 das Gemälde "Fillette au béret" von Pablo Picasso und definierte damit den Kunsthandel neu. Kunstinteressierte und Investor:innen können damit Anteile an Picasso’s Werk in Form von Art Security Tokens (ASTs), vereinfacht gesagt: handelbare, bankfähige Wertpapiere auf der Blockchain, erwerben und handeln. Insgesamt wurden 4.000 token-basierte Eigentums-Anteile ausgegeben. Bereits mit einem Mindesteinsatz von 5.000 schweizer Franken konnte man stolze:r Besitzer:in von einem Stück Picasso werden.

Projekt Lifeforms: NFTs im Sozial-Experiment
Sarah Friend, Twitter, 03.09.2021

Die kanadische Software-Künstlerin Sarah Friend entwickelte 2021 ein blockchain basiertes soziales Experiment namens Lifeform, eine Serie von NFT-basierten Entitäten, die “wie jedes Lebewesen regelmäßig Pflege brauchen, um zu gedeihen”. Wenn die Lebensform innerhalb von 90 Tagen nicht weitergegeben wird, stirbt sie und das NFT erlischt aus dem Wallet. Als Besitzer:in muss man also das eigene NFT in Zusammenarbeit mit anderen konsequent instandhalten und pflegen. Durch die unerwarteten Dynamiken im Smart Contract, wird die Logik, NFTs zu kaufen, zu halten und auf eine Wertsteigerung zu hoffen, außer Kraft gesetzt. Im Spannungsfeld zweier Ebenen ist das Kunstwerk Lifeform zum Einen NFT-Kunst selbst, zum Anderen eine Reihe von nicht greifbaren und vergänglichen Beziehungen zwischen den Sammler:innen von Lifeform.
Die ersten Lebensformen waren im Rahmen der Gruppenausstellung “Proof of Stake” im Kunstverein Hamburg in Pflege und setzten anschließend ihre Reise durch viele Hände fort.

Abschließend ist klar: Die Ansatzpunkte für Künstler:innen, Stiftungen und Galerien im Web3 könnten vielfältiger nicht sein. Sie wollen wissen wie Sie von der Blockchain-Technologie profitieren können? Wir zeigen Ihnen den Weg.

Quelle Titelbild: Crypto Valley Jornal

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