Warum Künstler:innen die Möglichkeiten des Web3 nutzen sollten

Piet Kleeßen
,
5.4.2022

NFTs und Krypto-Kunst haben sich in den letzten zwei Jahren zu einem bedeutenden Markt für Künstler:innen entwickelt.

Einer der Hauptgründe ist, dass anders als im Sekundärmarkt des bestehenden Kunstmarkts, die Künstler:innen im Web3 an den Weiterverkäufen ihrer Werke bzw. NFTs mitverdienen können. Künstler:innen profitieren also auch, wenn die initialen Verkaufspreise nicht sonderlich hoch sind, der Wert ihrer Werke jedoch steigt und diese anschließend zu höheren Preisen gehandelt werden. Aus diesem Grund werden NFT-Projekte häufig so konzipiert, dass die Preise für das erste Minting (Prägen des NFTs in die Blockchain) niedrig sind und dann im Idealfall auf den Sekundärmärkten schnell ansteigen.

Die initialen Verkaufspreise der NFTs sind also nicht unbedingt Indiz für ein erfolgreiches Projekt.

Das (teilweise) Wegfallen von Intermediären im Web3 ist ein weiterer Grund für die Attraktivität des NFT-Marktes für Künstler:innen. In der traditionellen Kunstwelt stellen Galerien, Händler und Berater häufig Gatekeeper dar, die es vor allem unbekannteren Künstler:innen nicht leicht machen. Ganz ohne Intermediäre geht es im Web3 jedoch noch nicht. So nehmen sich auch die bekannten NFT-Plattformen einen Anteil des Verkaufspreises, der allerdings eher im Bereich von 2,5 % liegt und nicht bei 50 % wie bei vielen Galerien.

Künstler:innen bieten sich neue künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten. Sie können ihre Originale als NFT digital weiterentwickeln, indem sie beispielsweise Animationen ergänzen, 3D-gezeichnete Werke kreieren oder mit Hilfe von Algorithmen Werke erstellen. Durch das Herausgeben von NFTs kann sich die eigene Reichweite und somit auch die Sichtbarkeit der physischen Werke erhöhen. Insbesondere Künstler:innen, die sonst nur an regionale oder nationale Sammler verkaufen können, wird der Zugang zu einem globalen Markt eröffnet.

Diese neuen Möglichkeiten haben neben den Akteuren aus der traditionellen Kunstwelt, auch Kreative aus anderen Kontexten wie digitalem Marketing, Design, Musik, Recht und dezentralem Finanzwesen (DeFi), dazu veranlasst, eine große Bandbreite innovativer und teilweise sehr profitabler künstlerische Projekte zu produzieren.

Auch wenn es oft so klingt, reicht es nicht mehr aus “einfach” NFTs zu erstellen und davon auszugehen, dass diese jemand kauft.

Für ein erfolgreiches NFT-Projekt muss der:die Künstler:in die Aufmerksamkeit von Käufer:innen auf sich ziehen, die am Sammeln oder Handeln von NFTs interessiert sind. Das bedeutet in der Regel, dass man sich in Online-Diskussionen und -Gruppen auf Twitter, Telegram oder Discord einbringen und sich seine eigene Community aufbauen sollte. Weitere Herausforderungen für Künstler:innen sind vor allem die Programmierung der Smart Contracts der NFTs, die zunehmende Regulierung des Web3 und nicht sonderlich benutzerfreundliche Steuernormen, die ebenfalls bewerkstelligt werden müssen. Aus diesen Gründen ist es mittlerweile schwierig ohne professionelle Unterstützung erfolgreiche NFT-Projekte aufzusetzen.

Quelle Titelbild: Screenshot der NFT-Kunstausstellung von Stephan van Kuyk

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